Bütikofer verspricht Initiative der Grünen im nächsten Europaparlament

1. Europäischer Kindergipfel diskutiert mit der Politik – Forderung nach Wahlrecht mit 16 findet breite Unterstützung

Karlsruhe. Die Forderung des 1. Europäischen Kindergipfels nach einem Wahlrecht spätestens mit 16 Jahren ist bei der abschließenden Diskussion mit Europa- und Bundestagsabgeordneten auf breite Unterstützung gestoßen. Der grüne Spitzenkandidat für die Europawahl Reinhard Bütikofer unterstützte die Forderung ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Johannes Jung (SPD). Bütikofer versprach den Teilnehmenden eine Initiative der Grünen zum Wahlalter 16 im nächsten Europäischen Parlament.

Er forderte die Kinder und Jugendlichen weiterhin auf, nicht alles auf die Politik abzuschieben, sondern selbst aktiv zu werden. Dies entspreche auch der Idee des Zukunftsvertrages der Kinder und Jugendlichen, der Forderungen und Selbstverpflichtungen enthalte.

Sowohl die Naturfreundejugend Deutschlands als auch die anwesenden Politiker, darunter auch der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU), würdigten die vor 20 Jahren noch undenkbare Anwesenheit und aktive Mitarbeit von Kindern und Jugendlichen aus Mittel- und Osteuropa.

Reinhard Bütikofer sprach sich für ein Wahlrecht für alle in Deutschland lebenden EU-Bürger nicht nur bei den Europawahlen aus und forderte Volksentscheide – ebenfalls mit einem niedrigen Beteiligungsalter.

Die jungen Nachwuchspolitiker forderten mehr Mittel für den internationalen Jugendaustausch und kritisierten nationales Denken als Wurzel für Intoleranz, Rassismus und Terrorismus. Sie fordern weiterhin eine kostenlose Schul- und Hochschulbildung für alle, um gleiche Chancen für alle jungen Menschen in Europa zu erreichen. Daniel Caspary unterstützte diese Forderung ausdrücklich und wurde daraufhin von Reinhard Bütikofer aufgefordert, mit ihm für die Abschaffung von Studiengebühren in Baden-Württemberg zu kämpfen.

Die 17-jährige Mirella aus Timisoara (Rumänien) verdeutlichte selbstbewusst, dass auch Jugendliche wahre europäische Bürgerinnen und Bürger seien. Sie forderte für alle Jugendlichen das Recht ein sich an den für ihre Zukunft wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands resümiert die Diskussion im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses mit den Worten: „Kinder und Jugendliche sind in der Lage sich engagiert und kompetent mit politischen Fragen auseinander zu setzen. Die Diskussion hat gezeigt, dass es höchste Zeit ist ihnen auch die ihnen zustehenden Mitbestimmungsrechte einzuräumen.“

Die Themenbereiche des Zukunftsvertrages, der sich als Angebot der nachwachsenden Generation an die Politik in Europa versteht, umfassen Umwelt, Bildung, Drogen/Alkohol, Engagement, Integration, Rassismus/Toleranz und Terrorismus/Frieden. Er enthält Forderungen und Selbstverpflichtungen.

Der Kindergipfel wird von der Naturfreundejugend Deutschlands auf Einladung der Stadt Karlsruhe veranstaltet. Er findet im Anne-Frank-Haus des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe statt und wird aus dem EU-Programm JUGEND IN AKTION gefördert.

Ansprechpartner für Medien-Rückfragen:
Ansgar Drücker, Öffentlichkeitsarbeit, Naturfreundejugend Deutschland, Mobiltelefon: 0171/9588024.

Der vollständige Text des Zukunftsvertrages findet sich auf der Webseite www.kindergipfel.eu.

Redaktion: Ansgar Drücker (Naturfreundejugend Deutschlands, V.i.S.d.P.),
Marcus Dischinger (Stadtjugendausschuss Karlsruhe)