1. Europäischer Kindergipfel hat einen Zukunftsvertrag erarbeitet

Wahlrecht mit 16, interkultureller Austausch und freie Bildung für alle

Karlsruhe. Auf dem 1. Europäischen Kindergipfel in Karlsruhe wurde gestern der in sieben Workshops entwickelte Zukunftsvertrag von den Teilnehmenden unterzeichnet, der heute im Bürgersaal des Rathauses mit Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie dem grünen Spitzenkandidaten für die Europawahl Reinhard Bütikofer diskutiert wird.

Die ca. 80 Teilnehmenden aus sieben europäischen Ländern fordern ein Wahlrecht auf allen Ebenen spätestens ab 16 Jahren. Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands: „Damit fordern Kinder und Jugendliche ihr Recht ein sich an den für ihre Zukunft wichtigen Entscheidungen möglichst frühzeitig zu beteiligen. Der Zukunftsvertrag macht deutlich, dass Kinder und Jugendliche in der Lage sind sich reflektiert und zukunftsorientiert mit politischen Fragen auseinander zu setzen.“

Der 1. Europäische Kindergipfel mischt sich damit auch in die aktuelle Diskussion um das Wahlalter in Deutschland ein, die durch die umstrittene Forderung des stellvertretenden Präsidenten des in Karlsruhe ansässigen Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle nach einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ausgelöst worden ist. Inzwischen wird diese Forderung auch vom SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering geteilt, dessen Partei sich bisher in dieser Frage eher zurückgehalten hatte.

Außerdem sehen die jungen Nachwuchspolitiker mangelnden kulturellen Austausch und nationales Denken als Wurzel für Intoleranz, Rassismus und Terrorismus. Sie fordern weiterhin eine kostenlose Schul- und Hochschulbildung für alle, um gleiche Chancen für alle jungen Menschen in Europa zu erreichen.

Die Themenbereiche des Zukunftsvertrages, der sich als Angebot der nachwachsenden Generation an die Politik in Europa versteht, umfassen Umwelt, Bildung, Drogen/Alkohol, Engagement, Integration, Rassismus/Toleranz und Terrorismus/Frieden. Er enthält Forderungen und Selbstverpflichtungen.

Der Kindergipfel wird von der Naturfreundejugend Deutschlands auf Einladung der Stadt Karlsruhe veranstaltet. Er findet im Anne-Frank-Haus des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe statt und wird aus dem EU-Programm JUGEND IN AKTION gefördert.

Ansprechpartner für Medien-Rückfragen:
Ansgar Drücker, Öffentlichkeitsarbeit, Naturfreundejugend Deutschland, Mobiltelefon: 0171/9588024.

Der vollständige Text des Zukunftsvertrages findet sich auf der Webseite www.kindergipfel.eu.

Redaktion: Ansgar Drücker (Naturfreundejugend Deutschlands, V.i.S.d.P.),
Marcus Dischinger (Stadtjugendausschuss Karlsruhe)