1. Europäischer Kindergipfel im Bürgersaal des Rathauses eröffnet

Erster Bürgermeister Denecken und Kai Niebert begrüßen die Delegierten

Karlsruhe. Der 1. Europäische Kindergipfel in Karlsruhe wurde heute im Bürgersaal des Rathauses vom Ersten Bürgermeister Harald Denecken und von Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands, eröffnet.

Harald Denecken begrüßte die 13- bis 17-Jährigen aus sieben europäischen Ländern in ihren jeweiligen Landessprachen und unterstrich die Bedeutung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen auf allen Ebenen. Insbesondere begrüßte er die jungen Delegierten aus den Partnerstädten der Fächerstadt Timisoara, Nancy und Halle/Saale.

Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands, reihte den Kindergipfel in drei Jahrtausende Demokratiegeschichte ein und forderte, dass es nach 100 Jahren Frauenwahlrecht nun an der Zeit sei, auch Jugendliche an die Wahlurnen zu lassen. Die Naturfreundejugend Deutschlands begrüßte in diesem Zusammenhang die umstrittene Forderung des stellvertretenden Präsidenten des in Karlsruhe ansässigen Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle nach einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre.

Am Beispiel des Klimawandels brandmarkte Niebert es als „zutiefst ungerecht, wenn heutige Entscheidungsträger nicht an zukünftige Generationen denken.“ Wenn wirksamer Klimaschutz heute bei einem angenommenen Taschengeld von 10 Euro im Monat noch für 10 Cent zu haben sei, koste es im Jahr 2050 schon 2 Euro, wenn der Klimawandel nicht heute entschlossen bekämpft werde, erläuterte Niebert weiter (Quelle: Stern Review on the Economics of Climate Change, Nicholas Stern, ehemaliger Chefökonom der Weltbank).

Der Kindergipfel findet gleichzeitig als Beitrag zum 100. Jubiläum der Gründung der Ortsgruppe Karlsruhe der NaturFreunde Deutschlands statt, für die der Vorsitzende Gert Gosses das Wort ergriff und die internationale Ausrichtung des Verbandes betonte .

Für den Kinderrat zur Vorbereitung des 1. Europäischen Kindergipfels wiesen James Connolly aus Manchester (Großbritannien, 16 Jahre) und Odile Podolski aus Kalrsruhes innerdeutscher Partnerstadt Halle/Saale (Sachsen-Anhalt, 14 Jahre) auf die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen schon in der Vorbereitung der Veranstaltung hin und forderten stellvertretend für alle Teilnehmenden eine Gelegenheit zur Mitsprache ein. „Kinder reden – Erwachsene hören zu“, so hieße das Motto des Kindergipfels.

Bis zum kommenden Samstag werden die 80 Teilnehmenden aus sieben Ländern über die Zukunft Europas diskutieren. In den Workshops geht es um die Themen Umwelt, Bildung, Gewalt/Alkohol, Engagement, Integration, Rassismus/Toleranz und Terrorismus/Frieden. Am Freitagnachmittag werden die Ergebnisse in mehreren Diskussionsrunden Europapolitikern und Europapolitikerinnen präsentiert. Im Gegensatz zu den Gipfeln der großen Politik sind die Erklärungen nicht vorbereitet. Der Zukunftsvertrag mit Forderungen und Selbstverpflichtungen entsteht ab heute bis Freitag in sieben Workshops. Organisiert wird der Kindergipfel auf Einladung der Stadt Karlsruhe von der Naturfreundejugend Deutschlands. Er findet im Anne-Frank-Haus des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe statt und wird aus dem EU-Programm JUGEND IN AKTION gefördert.

Ansprechpartner für Medien-Rückfragen:
Ansgar Drücker, Öffentlichkeitsarbeit, Naturfreundejugend Deutschland, Mobiltelefon: 0171/9588024.

Redaktion: Ansgar Drücker (Naturfreundejugend Deutschlands, V.i.S.d.P.),
Marcus Dischinger (Stadtjugendausschuss Karlsruhe)



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